High Life im toten Graz

Buchbesprechung. Martin Murpott: Going Underground. Willkommen im toten Graz

Robert Ziegenstätter wird in der Herrengasse von einem Klavier erschlagen, wiedergeboren und im Leben danach unverhofft zum Polizeiermittler, der nicht nur einen Geheimbund mit Allmachtsfantasien im Jenseits wie im Diesseits jagt, sondern auch die tote Freizeit damit verbringt, sich allerhand berauschenden Substanzen hinzugeben und sich zu verlieben.

In dem wunderbar abwechslungs-, anspielungs- und geistreichen Krimi von Martin Murpott kommen Grazer Legenden wie das Café Centraal oder die Frühbar Beate (die echte!) zu ihren Ehren – und auch die Anspielungen auf Stadtleben und -politik alles andere als zu kurz. Geiselnehmer überbrücken die Wartezeit auf ein Fluchtauto mit einer Pizza aus dem Contra Punto. Die Energie für die Straßenbahnlinie 4 im toten Graz wird dadurch gewonnen, dass GAK- und Sturm-Fans miteinander raufen.

Murpott liefert ein ebenso wunderbares wie skurriles Potpourri alternativen Lebensstils mit Affinität zur Punk-Szene, eine vernebelte Verneigung vor einem tief- und untergründigen Graz – vor der Einführung des Rauchverbots. Der Debutroman sei allen ans Herz gelegt, die gern mit Graz-Bezug trinken, kiffen, lieben, denken, Fußball schauen und so.

Download bei Thalia hier.

GoingUndergroundCover

Eine Antwort zu “High Life im toten Graz

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