Langzeitstudent, der

Bummelstudent

Ich bin einer von denen. Elf Jahre oder 22 Semester hab ich gebraucht, bevor mir eine schwarze Rolle in die Hand gedrückt und »Mag.« auf meinen Personalausweis gedruckt wurde.

Bevor es daran geht mich zu steinigen, liebe Facebook-Community, erlaubt mir ein paar letzte Worte: Während der so ausufernd langen Studienzeit hab ich den Zivildienst absolviert, gejobbt, auf der ÖH gekämpft, gepost, organisiert, Zeitungen konzipiert und herausgegeben, an der Erstellung von Studienplänen mitgewirkt, anderen Studierenden zu ihrem Recht verholfen, das ihnen da und dort an der Uni verweigert wurde, eine Hüft-OP mit monatelanger Reha hinter mich gebracht, die Uni besetzt, als Studienassistent gearbeitet, und ja auch gefeiert und »gebummelt« – und dabei vielleicht mehr für’s Leben gelernt als in so manchem Proseminar, durch das ich mich gequält hab.

Das einzige, das ich offenbar nicht gelernt hab – was konkret das Problem an sogenannten »Bummelstudenten« wie mir ist. All die Zeit, die ich nicht mit dem Studium an sich verbracht hab, hab ich der Uni nichts angetan. Weder hab ich jemandem einen Seminar-Platz weggenommen, noch einem Rektor die Luft weggeatmet.

Angesichts des eklatanten Personalmangels, der überfüllten Hörsäle, der Wartezeiten auf Kurs- und Laborplätze, der chronischen Unterfinanzierung oder der tristen Lage für junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, sei mir eine Frage schon gestattet: Was soll diese Debatte bitte?

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