Auf Wiedersehen, Kroatien!

Angereist auf einer von der Strabag gebauten Autobahn, bei der OMV getankt und die Kuna bei der Raika behoben. Kaum ein relevantes Unternehmen ist noch in kroatischem Eigentum. Die auch vom – durch seine Verfassung eigentlich zu immerwährender Neutralität verpflichteten – Österreich befeuerte Desintegration Jugoslawiens hat sich für die Banken und Konzerne also rentiert. Das österreichische Kapital ist weiterhin der zweitgrößte Player bei den Direktinvestitionen.

Trotz der Apartmentsiedlungen und Luxusressorts, die überall an der Küste wie Schwammerl aus dem Boden schießen, und der dadurch boomenden Bauwirtschaft, ist die (Jugend-)Arbeitslosigkeit konstant hoch.

Man sieht Ustaša-Symbolik, Hakenkreuze und Graffiti, die den kroatischen Kriegsverbrecher Ante Gotovina als »Heroj« feiern, an den Hauswänden. Selbst Bilder mit seinem Konterfei kann man bisweilen an den Standeln nebst Sonnenhüten und Badetüchern in den Landesfarben erstehen. Eine Stunde weiter im Landesinneren, in der Gegend um Knin, wird einem der Schrecken des Bürgerkriegs bewusst. Die nachgerade gespenstisch leeren Bauten, die Ruinen orthodoxer Kirchen und die mahnenden Einschusslöcher in den Fassaden machen die Vertreibung der serbischen Bevölkerung unübersehbar.

Das sind die Wermutstropfen in einem Roadtrip voll von grandiosen Landschaften, großartiger Küche, malerischen Städtchen und herzlichen Menschen.

Doviđenja Hrvatsko!
Sviđaš mi se.

Kroartien-bunt

Idylle. Irgendwo bei Omiš. #nofilterneeded

 

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