Lehrgeld gezahlt?

Millionen für’n Hugo statt für Bildung.
Launige Bemerkungen
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12 Millionen Euro müssen die Unis also zurückzahlen. Ob jemand erhoben hat, wie hoch die Verwaltungskosten waren, die für die autonome Einhebung der Studiengebühren sind – nicht wenig Aufwand bei all den Ausnahmeregelungen bei Erwerbstätigkeit usw.! –, entzieht sich meiner Kenntnis. Faktum ist aber, dass acht Universitäten – darunter die Karl-Franzens- und die Technische Uni Graz – die im vergangenen Semester eingehobenen Studiengebühren refundieren müssen. Das wird sich noch bürokratischer gestalten, als die schon umständliche Einhebung. 500.000 Euro macht das Ministerium dafür locker. Eine Summe, die angesichts des Zustands der Unis anderswo beileibe besser einsetzt wäre.

Dieses G’frett illustriert wieder einmal die verkorkste Situation der österreichischen Hochschulpolitik: Anstatt wenigstens einem kapitalistischen Utilitarismus zu folgen und in unserem ressourcenarmen Land auf Bildung zu setzen, wie es der imperialistische große Bruder in der BRD tut, wird hierzulande die Selektion prolongiert.

Es werden sich also weiterhin die Eliten reproduzieren und dabei immer mehr zu Fachtrotteln degenerieren. Dass sich dagegen Widerstand rühren muss – und wird – ist unbestritten. Viel wird aber davon abhängen, ob es der Aufstand im Elfenbeinturm schafft, zu begreifen, dass es um den freien Zugang zu Bildung – und nicht um Ausbildung – geht. Und noch mehr wird davon abhängen, diese Einsicht auch jenseits des akademischen Tellerrandes zu popularisieren.

Und all jenen, die meinen, dass freier Hochschulzugang – und etwa auch der Gratiskindergarten – ein sozialpolitischer Fehler seien, weil diejenigen, die es sich leisten könnten, ja wohl einen Beitrag zur Finanzierung leisten sollten, sei ins Stammbuch geschrieben: Gerne! Her mit der Marie! Aber bitte über eine Anhebung des Spitzensteuersatzes oder ein Prozenterl mehr Einkommenssteuer auf Verdienste jenseits von 10.000 Euro brutto. Dann spart man sich auch einen ganzen Haufen Bürokratie.

Vielleicht trägt das jetzt bezahlte Lehrgeld ja auch bisserl zu dieser Erkenntnis bei.

zuerst erschienen auf comunista.at

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