„Anerkennenswerter Kampfeifer“

ASKÖ Murfeld-fgh75 Jahre ASKÖ Murfeld.

Ein reges fußballerisches Leben hat Graz zu bieten. Viele Unterhausvereine können auf große Traditionen zurückblicken. Teil 8 einer Serie im Grazer Stadtblatt.

Als der SV Murfeld 1938 gegründet wurde, wusste niemand, dass man bereits 1940 den Spielbetrieb wieder einstellen musste. Die meisten Spieler mussten in Hitlers Krieg ziehen. Nur mehr sporadisch wurden in Murfeld Spiele ausgetragen.

Neustart

Ende 1947 April als ASKÖ neu gegründet, galt es zuallererst, den völlig desolaten, von Löchern und Erdhaufen übersäten Platz spieltauglich zu machen. Später querte ein Fußweg das Spielfeld, und nicht selten mussten Spiele unterbrochen werden, bis ein Passant das Feld wieder verlassen hatte.

Vereinslokal gab es keines. Zum Umziehen ging man in ein nahegelegenes sozialdemokratisches Parteiheim, zum Waschen an einen Schlagbrunnen in der Eisbachgasse.

Gegen legendäre Klubs wie Admira, AAC oder Hertha Graz lief man damals auf und zeichnete sich oft „durch einen anerkennenswerten Kampfeifer“ aus, wie die steirische KPÖ-Tageszeitung Wahrheit im August 1948 nach einem 4:1-Sieg gegen den Post SV festhielt.

„Herz und Motor“

Dass es mit dem ASKÖ Murfeld bergauf ging, hing zuvorderst mit einer Person zusammen: Edi Tarnavsky. Er wurde 1956 Sektionsleiter und brachte Stabilität in den ständig von Geldsorgen geplagten Verein. Für Jahrzehnte leitete Tarnavsky – als „Herz und Motor“, wie es in der Chronik heißt – die Murfelder Fußballsektion. Die Errichtung des neuen Klubhauses Anfang der Neunziger oder der gepflasterte Vorplatz wären ohne ihn wohl kaum denkbar gewesen.

Großes Turnier der Kleinen

Wie so viele „kleine“ Vereine steckt der ASKÖ Murfeld sehr viel Energie in die Jugendarbeit. Ganze 13 Jugendmannschaften kicken mit Hingabe im Grazer Süden, wo der ASKÖ gemeinsam mit der Union das JFAZ Liebenau betreibt.

Alljährlicher Höhepunkt ist das dreitägige Jugendturnier Ende März. Zuletzt haben fast 100 Teams am mittlerweile seit 13 Jahren stattfindenden Bewerb teilgenommen, erzählt Franz Kranzelbinder stolz. Er ist seit 2008 Obmann des Vereins und leitet seit 2011 auch den Jugendbereich. Als sein Sohn in der Jugend zu kicken anfing, begann auch er, sich für den Verein zu engagieren.

Kopfzerbrechen

Auf den gelernten Installateur Kranzelbinder geht auch die Solaranlage am Dach des Klubhauses zurück. Sie hat die Energiekosten für den Verein erheblich gesenkt. Denn auch in Murfeld bereitet das liebe Geld den Verantwortlichen immer wieder Kopfzerbrechen. Von den Verantwortlichen der Stadt würde Kranzelbinder sich oft mehr Unterstützung wünschen. „Wie viele Kinder und Jugendliche würden anstatt zu sporteln, nur mehr vorm Computer hängen, wenn es uns nicht gäbe?“, fragt er.

Mitarbeit: Anna Taberhofer

ASKÖ Murfeld-Legenden

Legendär ist Gustl Griesmair, der 1978 nicht nur als Trainer der Murfelder, sondern auch als Spielmacher und Goalgetter fungierte. Er drehte im Derby gegen Union Liebenau das Spiel. In den letzten beiden Spielminuten drehte er einen 2:3-Rückstand. Murfeld gewann noch 4:3.

In Jugendjahren kickte Michael Glauninger, der insgesamt acht Mal für das Österreichische U18-Nationalteam auflief, in den Reihen des ASKÖ Murfeld.

In der Regionalliga bei den Sturm-Amateuren hat der 18-jährige Felix Schmied ein Stammleiberl als linker Verteidiger hat. Auch er begann seine Karriere in Murfeld.

Die Mannschaft der ASKÖ Murfeld mit Gustl Griesmair (2. Reihe, 4. von links)

Die Mannschaft der ASKÖ Murfeld mit Gustl Griesmair (2. Reihe, 4. von links)

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Eine Antwort zu “„Anerkennenswerter Kampfeifer“

  1. Pingback: „Bei uns hat jeder ein Leiberl“ | Wisiak·

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